Der Übergang KiTa-Schule

Am Übergang Kindergarten-Schule werden vier der für die Bildungskette definierten Schlüsselprozesse umgesetzt: „Eltern und Familien in der Weinheimer Bildungskette“, „Sprachkompetenz fördern“, „Lernwege individuell gestalten, selbstgesteuertes Lernen“,, und „Lernwege individuell begleiten“. Die Themen und Aufgaben im Übergangssystem KiTa-Schule werden in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess, der längerfristig und als kontinuierlicher Qualitätsentwicklungsprozess angelegt ist, bearbeitet.

Diese Schlüsselprozesse werden als integrierte Handlungskonzepte umgesetzt.

Was wir konkret tun:

  • Individualisierte Lernweggestaltung am Übergang Kindergarten-Schule
    Die Portfolio-Strategie der Bildungs- und Lerngeschichten ist die zentrale inhaltlich-konzeptionelle Klammer für die verschiedenen Handlungsebenen und Akteure am Übergang KiTa-Schule. Sie steht für eine lösungsorientierte Ausgangsidee, Kooperation an den systemischen Schnittstellen durch gemeinsames Lernen (Handlungsansatz „Professionelle Lerngemeinschaften“) und die gemeinsame Aneignung neuer Sichtweisen im Prozess zu fördern. Siehe hierzu Berichterstattung zur Qualitätsentwicklung im Übergangssystem Kindergarten-Grundschule, 2011
  • Bedarfsanalyse zur Sprachlichen Bildung in Weinheim
    2012 wurde eine standardisierte Befragung der Leitungen von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Weinheim durchgeführt, in der einerseits Einschätzungen gegeben werden sollten über den Sprachförderbedarf der Kinder in den jeweils relevanten Altersgruppen, und andererseits die Bedarfe festgehalten wurden zu verschiedenen Aspekten der Qualifizierung  zum Thema Sprachentwicklung und Sprachförderung. Siehe hierzu Berichterstattung zur Sprachlichen Bildung im Übergangssystem Kindergarten-Schule, 2013
  • Gemeinsame Qualifizierungsoffensive zur Sprachlichen Bildung/Sprachförderung
    Weinheim vertraut auf die kompetenten Förderkräfte vor Ort, baut auf deren Fach- und Praxiswissen  auf und stärkt diese durch eine gemeinsame Qualifizierung  der  Fach- und Lehrkräfte am Übergang KiTa-Schule. Basierend auf den Ergebnissen der Bedarfsanalyse wurde ein Fortbildungskonzept zur Sprachlichen Bildung/Sprachförderung am Übergang KiTa-Schule entwickelt und umgesetzt.
  • Ausbau und Weiterentwicklung vorhandener Kommunikations- und Kooperationsplattformen
    Für den weiteren Entwicklungsprozess in diesem Arbeitsbereich wurde der  Qualitätszirkel implementiert, bestehend aus Experten/innen aus Verwaltung, Praxis und Wissenschaft, mit dem Ziel, sich auf ein institutions- und trägerübergreifendes Rahmenkonzept zur Sprachlichen Bildung/Sprachförderung  zu verständigen, das fachlich  fundiert, am konkreten Bedarf orientiert und im Konsens gemeinsam entwickelt wird.

In dezentralen Kooperationsknotenpunkten (KoK) treffen sich regelmäßig die jeweilige Grundschule mit „ihren“ Kitas, um sich über ihre Kooperation auszutauschen und sich wechselseitig mit Bildungszielen und der pädagogischen Praxis der jeweils anderen Bildungsinstitution auseinanderzusetzen.

In der Entwicklungswerkstatt Sprache gehen die Kooperationspartner im Sinne eines „Lernenden Systems“ vor. Es geht dabei letztlich um eine gemeinsame, kontinuierliche Qualitäts-, Methoden- und Materialentwicklung der Weinheimer Bildungsinstitutionen im Arbeitsfeld Frühe Sprachliche Bildung/Sprachförderung, die wissenschaftlich und durch weitere Expert/innen begleitet wird:

  • Verständigung auf ein Rahmenkonzept zur Sprachlichen Bildung/Sprachförderung am Übergang Kindergarten-Schule
    Mit dem Handlungsansatz „Professionelle Lerngemeinschaften“ werden die ersten Bausteine eines institutions- und trägerübergreifendem Rahmenkonzepts zur Sprachlichen Bildung/ Sprachförderung festgelegt, in der die Sicht von Verwaltung, Praxis und Wissenschaft mit einbezogen ist.  Siehe hierzu Geschäftsbericht 2014
  • Elternbeteiligung am Übergang Kindergarten-Schule
    Stärkung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft am Übergang Kindergarten-Schule durch die stärkere Nutzung der Bildungs- und Lerngeschichten in den Kindergärten und dem Portfolio-Ansatz in den Schulen. Ziel ist es Eltern immer stärker am Übergangsprozess ihrer Kinder aktiv zu beteiligen.
  • Lern- und Leseförderung und individuelle Begleitung durch Paten
    Ehrenamtliche KiTa- und Grundschulpaten (KiG) sind an vier Grundschulen und einer Förderschule in den Unterricht integriert und fördern die Lese- und Sprechfreude der Kinder, vermitteln die Freude am Lesen und an geschriebene Geschichten/Texten und begleiten sie am Übergang vom Kindergarten in die Schule. Kinder mit einem besonderen Förderbedarf werden zusätzlich individuell gefördert und begleitet  durch sogenannte Leseübungsstunden. Die Lesepaten selbst erhalten fachliche Begleitung und Qualifizierung. Mehr über KiG-Projekt erfahren

Diese Prozesse und Projekte werden von einem breiten lokalen Unterstützungsnetzwerk umgesetzt. Federführend ist das mit der Stadt Weinheim verbundene Koordinierungsbüro Bildungsbüro Weinheim/IC.

Entsteheungsgeschichte

Kein Kind darf verloren gehen! Weinheim wurde Anfang 2008 in die „Lebenswelt Schule“ – einem Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie der Jacobs Foundation – aufgenommen. In diesem Programm geht es um die Vernetzung lokaler Akteure und Ressourcen für die individuelle Förderung von Kindern.
In Weinheim lag der Schwerpunkt auf dem Übergangssystem Kindergarten-Grundschule. Beteiligt waren fünf Grundschulen der Kernstadt, die Weinheimer Förderschule, elf Kindergärten, ein Hort und die Grundschulförderklasse. Mit Hilfe des Programms wurde für die Kinder der Übergang vom Kindergarten in die Schulen der Weinheimer Kernstadt durch eine intensive Kooperation und Kommunikation der Kindergärten in städtischer, konfessioneller oder freier Trägerschaft mit den Grundschulen erleichtert und verbessert.
Mit einer individuellen Lernweggestaltung – ausgehend vom Ansatz der „Bildungs- und Lerngeschichten“ des Deutschen Jugendinstitut – sollte erreicht werden, dass der Übergang der Kinder an diesem wichtigen biographischen Übergang gelingt.
Im Zeitraum von Anfang 2008 bis Ende 2011 flossen für diese Ziele 100.000 Euro nach Weinheim. Die Stadt wurde aufgrund der Stichhaltigkeit ihrer Bewerbung, der überzeugenden Konzeption und ihrer Vorgeschichte als eine von vier Kommunen in der Bundesrepublik ausgewählt. Mehr über das Projekt  erfahren